Montag, 08. März 2010
BDEW: Starke Veränderungen bei Erdgas-Importen Der Bezug von Erdgas aus Russland ist im Jahr 2009 von 37 Prozent (2008) auf 32
Prozent spürbar zurückgegangen. Gleichzeitig wurde im vergangenen Jahr der Import von
Erdgas aus anderen Ländern deutlich erhöht: Der Anteil norwegischen Erdgases stieg von
26 auf 29 Prozent, Lieferungen aus den Niederlanden wurden um einen Prozentpunkt auf
20 Prozent erhöht. Auch Erdgas aus dänischen und britischen Nordsee-Erdgasfeldern
wurde verstärkt nachgefragt und trug sechs Prozent bei (2008: vier). Der Anteil der
deutschen Eigenförderung lag 2009 bei 13 Prozent (2008: 14), meldete der
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), am Freitag auf Grundlage
einer aktuellen Erhebung.
Die deutlichen Veränderungen der Erdgas-Importstruktur sind nach Angaben des
Branchenverbandes auf die Lieferausfälle Anfang des Jahres 2009 zurückzuführen, als die
russischen Erdgaslieferungen über die ukrainische Transitroute zeitweise unterbrochen
waren. Die deutschen Erdgasunternehmen konnten mehr Erdgas aus anderen Quellen und
über andere Transportwege abrufen, die Erdgasversorgung war zu jedem Zeitpunkt
gesichert, erläuterte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW.
Deutschland verfüge außerdem mit seinen 47 Erdgasspeichern über die höchste
Speicherkapazität in der Europäischen Union. Mit neuen Ferngasleitungen zum Import von
Erdgas nach Europa wie zum Beispiel Nord Stream (Ostsee-Pipeline) oder Nabucco werde
sich die Versorgungssicherheit Europas in Zukunft weiter erhöhen. Erdgas ist und bleibt
ein sicherer und zuverlässiger Energieträger, der auch in Zukunft eine wichtige Rolle im
Energiemix Deutschlands spielen wird. Erdgas hat eine zentrale Bedeutung für die
Versorgung von Industrie und privaten Haushalten mit Wärme und bei der
Stromerzeugung in Deutschland, betonte Müller.
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